Verbraucherzentrale NRW: Uneigennützige Warnung vor teuren Interessengemeinschaften


In einer Pressemitteilung der Verbraucherzentrale NRW vom 05.09.2007 warnt der „Finanzjurist“ Hartmut Strube vor teuren Interessengemeinschaften für Kapitalanleger.

Der Hintergrund: Mit einem Anschreiben hat der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. Geschädigte der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West AG dafür geworben, in einem gesetzlich vorgesehenen Schlichtungsverfahren gegen die Schädiger vorzugehen. Dieses Schlichtungsverfahren bot den geschädigten Anlegern die Möglichkeit zur zivilrechtlichen Schadenswiedergutmachung. Das Verfahren hat die Verjährung ihrer Ansprüche gegen die Schädiger unterbrochen, und ihnen die Möglichkeit geboten, außergerichtlich und damit preisgünstig zu ihrem Recht zu kommen. In der Pressemitteilung der Verbraucherzentrale heißt es weiter: „Auf dem Schreibtisch des Finanzjuristen der Verbraucherzentrale NRW landen derzeit immer mehr Angebote von solch dubiosen Interessengemeinschaften“. Allen gemeinsam: Sie wollen Kunden, die Geld am grauen Kapitalmarkt verloren haben, weitere Euros entlocken. Woher die Hoffnung auf Rückzahlung der Einlagen kommen soll, ist Strube schleierhaft ….

Wer ist dieser Hartmut Strube, der sich in der Pressemitteilung der Verbraucherzentrale als unscheinbarer „Finanzjurist“ bezeichnen lässt – warum ist er nicht ehrlich? Hartmut Strube ist Rechtsanwalt. Als Rechtsanwalt ist Strube Partner der Kanzlei Strube Fandel Rechtsanwälte.

Natürlich verwundert es nicht, dass diese Kanzlei u. a. auf das Kapitalanlagerecht spezialisiert ist. Es kommt aber noch besser: Strube ist Mitgründer und eines der Vorstandsmitglieder des Vereines „Anlegerschutzanwälte e.V.“

Die Anlegerschutzanwälte werben auf ihrer Homepage damit, dass sie ein Zusammenschluss von mittelständischen Anwaltskanzleien seien, die sich der „Stärkung der Rechte von Bankkunden und Kapitalanlegern“ verschrieben haben. Wen wundert es da, dass die meisten der angeschlossenen Kanzleien im Rahmen von Honorarverträgen für unterschiedliche Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen tätig sind. Dort beraten sie unter anderem zu grauen Kapitalmarktprodukten. Die „Anlegerschutzanwälte“ des Vereines halten nichts davon, „Fälle ohne genaue Aufklärung des individuellen Sachverhaltes im Zuge von Formbriefen oder Massenvergleichen abzuhandeln“. Wie hält es das Vorstandsmitglied dieses Vereines Hartmut Strube mit der Werbung geschädigter Kapitalanleger? Wir können natürlich nicht die Masse beurteilen. Aber den Einzelfall. Der Deutsche Verbraucherschutzring hat den Test gemacht. Am 25. Oktober 2007 ist die Geschäftsführerin des DVS Claudia Lunderstedt-Georgi als „Petra Schulze“ zu Strube in die Verbraucherzentralenberatung Düsseldorf gegangen, hat dort ihr Problem geschildert: Ihr Ehemann habe eine Einmalanlage in Höhe von 10.000 DM bei der Betrugsfirma Göttinger Gruppe gezeichnet. Sie selbst habe einen Sparplan von etwa 100 DM abgeschlossen. Lunderstedt-Georgi meint: „Das Gespräch war teuer, schlecht qualifiziert und was die Rechtsberatung des Honorarberaters Strube betrifft juristisch falsch“. Lunderstedt-Georgi ist selbst Anwältin und Verbraucherschützerin. Wir meinen: Sie kann es deshalb am Besten beurteilen. Am Ende des Gespräches fragt „Frau Schulze“, ob Herr Strube einen Anwalt empfehlen könne. Darauf Strube: „Das können „wir“ – „er meint wohl Strube und Fandel“ – denkt sich „Frau Schulze“ - „für Sie machen, Moment, ich hole eine Karte“.

„Ich habe viele Mandanten, für die wir das machen.“ „So generiert Strube also unter dem Deckmantel der Verbraucherzentrale sein privates Geschäft“, denkt sich „Frau Schulze“ heimlich weiter. Herr Strube steht auf, geht zu einem Fach, um eine Kiste mit Akten und Visitenkarten von sich zu holen. Er übergibt „Frau Schulze“ eine Karte. Er meint, ein Termin müsse dann über die Kanzlei und nicht über die Verbraucherzentrale ausgemacht werden. … Das Gesprächsprotokoll zwischen „Frau Schulze“ und dem Fachanwalt für Kapitalanlagerecht Hartmut Strube lesen Sie hier ….

Lesen Sie hier, welche Beratungsfehler dem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Hartmut Strube bei der Beratung nach Auffassung der Verbraucherschützerin Lunderstedt-Georgi, unterlaufen sind…

Sie meinen, dass dies ein Einzelfall war? Das haben wir auch gehofft. Lesen Sie hier mehr ….

Was würden die Rechtsanwaltskollegen der „Anlegerschutzanwälte e.V.“ dazu sagen? Wichtig ist ihnen die Abgrenzung von unseriöser Mandantenwerbung unter geschädigten Kapitalanlegern“, die der Verein in den vergangenen Jahren zunehmend beobachtet habe. Das stand jedenfalls bis zur Veröffentlichung des Beitrages auf der Homepage des Vereines. Mehr …

Für ihr Vorstandsmitglied Strube scheint „die unseriöse Mandantenwerbung“ das unserer Meinung nach allerdings nicht zu gelten.

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